Das Projekt „Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen“ unterstützt die systematische und strukturierte Zusammenarbeit zwischen Gesundheits -einrichtungen und der Selbsthilfe vor Ort.
In einer selbsthilfefreundlichen Gesundheitseinrichtung arbeiten Fachkräfte und Selbsthilfegruppen erfolgreich zusammen.
Von einer solchen Kooperation profitieren alle Seiten:
Mit dem Projekt wird ein wesentlicher Aspekt der modernen Gesundheitsversorgung gestärkt – die Patientenorientierung
Zur Gestaltung der Zusammenarbeit von Krankenhäusern und Selbsthilfegruppen steht ein erprobtes Konzept zur Verfügung. Neue oder bereits bestehende Kooperationsaktivitäten mit den Partnern Krankenhaus, Selbsthilfegruppen und Selbsthilfe-Kontaktstelle werden auf strukturierte und systematische Weise etabliert.
Der Ansatz wird derzeit auf weitere Bereiche der gesundheitlichen Versorgung, wie Rehabilitations-Kliniken und niedergelassene Arztpraxen bzw. psychotherapeutische Praxen, erweitert.
Kernelement des Konzeptes Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen ist die Gestaltung der Kooperation eines Krankenhauses mit der Selbsthilfe entlang von acht Qualitätskriterien zur „Selbsthilfefreundlichkeit“ In einem zweijährigen Modellprojekt (2005 – 2006) wurde Selbsthilfefreundlichkeit als Qualitätsmerkmal an zwei Hamburger Krankenhäusern entwickelt und die Qualitätskriterien wurden praktisch erprobt. Das Projekt, in das die Selbsthilfe-Kontaktstelle Hamburg und Selbsthilfegruppen intensiv eingebunden waren, wurde wissenschaftlich unterstützt von dem Institut für Medizinische Soziologie, Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), sowie finanziell gefördert vom BKK Bundesverband, Essen.
Seit 2008 kann zur Umsetzung des Konzeptes das Beratungs- und Unterstützungsangebot der Agentur Selbsthilfefreundlichkeit Nordrhein-Westfalen genutzt werden. Die Agentur Selbsthilfefreundlichkeit informiert und berät Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung, wie sie ihre Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen systematisch aufbauen bzw. nachhaltig entwickeln können. Die Agentur erarbeitet mit dem Krankenhaus die Umsetzung des Konzeptes in enger Zusammenarbeit mit der örtlichen Selbsthilfeunterstützungseinrichtung (Selbsthilfe-Kontaktstelle) und den vor Ort aktiven und kooperationsinteressierten Selbsthilfegruppen.
Seit 2009 besteht das bundesweiten Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen – Gemeinsam für Selbsthilfe und Patientenorientierung, mit seiner Koordinierungsstelle mit Sitz in Berlin. Das Netzwerk sichert das Konzept, befördert den Innovationsprozess und die bundesweite Platzierung des Ansatzes in der Versorgung. Bei dem Netzwerk handelt es sich um einen Zusammenschluss der Gesellschaft für soziale Projekte mbH (GSP) - Projektgesellschaft des Paritätischen NRW, der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe (NAKOS), dem Institut für Medizinische Soziologie, Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) und dem Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK BV).
Informationen zum Netzwerk unter www.selbsthilfefreundlichkeit.de
Kontakt und weitere Informationen in Nordrhein-Westfalen:
Agentur Selbsthilfefreundlichkeit NRW
Stapenhorsstraße 5
33615 Bielefeld
Telefon: 0521/96 406 98
Fax: 0521/96 406 97
Email: selbsthilfefreundlichkeit-nrw@paritaet-nrw.org
Ansprechpartnerin: Christa Steinhoff-Kemper